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Übertritte zum Schuljahr 2020/21

Definition Übertritt

Der Übertritt von der Grundschule in die Sekundarstufe I nach der vierten Jahrgangsstufe ist einer der zentralen Übergangspunkte für Bildungslaufbahnen. Voraussetzung für den Übertritt an eine Mittelschule, eine Realschule oder ein Gymnasium ist in Bayern ein Übertrittszeugnis der Grundschule mit entsprechendem Eignungsgutachten. Relevant für dieses Gutachten ist der Notendurchschnitt der drei Fächer Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht.
Die Regelungen im Einzelnen finden Sie im Internetauftritt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Übertritte und Eignungsgutachten

Von den 108.693 Grundschulkindern im Schuljahr 2019/20 setzten 30 % ihre Schullaufbahn 2020/21 an einer Mittelschule, 29 % an einer Realschule und gut 39 % an einem Gymnasium fort (siehe Abbildung 1). Knapp 1 % der Schülerinnen und Schüler wechseln an eine andere Schulart – wie an eine Förderschule, Freie Waldorfschule oder Integrierte Gesamtschule oder wiederholen die vierte Jahrgangsstufe an der Grundschule. Der Vergleich mit den Eignungsgutachten deutet darauf hin, dass viele Schülerinnen und Schüler mit einer Gymnasialempfehlung an die Realschule wechseln. 1

Abbildung 1: Eignungsgutachten und Übertrittsquoten im Jahr 2021 für Bayern (Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik)

Tatsächlich wechselt etwas mehr als ein Viertel aller Kinder mit Gymnasialempfehlung im Übertrittszeugnis an eine Realschule (siehe Abbildung 2). Bei den übrigen Eignungsgruppen folgt der Großteil der Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Übertrittsempfehlung.

Abbildung 2: Eignungsgutachten und tatsächliche Übertritte aus der Jahrgangsstufe 4 im Jahr 2020, ohne staatlich genehmigte Grundschulen (Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik)

Zeitliche Entwicklung

Der Blick auf die zeitliche Entwicklung zeigt, dass sich die Übertrittsquoten aller Schularten in Bayern seit 2010 – dem Zeitpunkt, an dem die Übertrittbedingungen letztmalig geändert wurden – nur geringfügig verändert haben (siehe Abbildung 3). Dies gilt für alle Schularten gleichermaßen.

Abbildung 3: Entwicklung der Übertrittsquoten aus der Jahrgangsstufe 4 in den Jahren 2009 bis 2020 (Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik)

Nach Migrationshintergrund und Geschlecht

Kinder mit Migrationshintergrund treten deutlich häufiger als ihre Mitschüler/-innen an eine Mittelschule und deutlich seltener an eine Realschule oder ein Gymnasium über (siehe Abbildung 4). Der Anteil der Übertritte an „sonstige Schularten" ist bei ihnen mit 13 % relativ hoch, weil hierzu auch Schulen im Ausland sowie ausländische und internationale Schulen in Deutschland zählen. Im Schuljahr 2020/21 besuchten 31.613 Kinder mit Migrationshintergrund die Jahrgangsstufe 4 einer Grundschule in Bayern. Dies sind rund 29 % der insgesamt 108.693 Schülerinnen und Schüler.

Abbildung 4: Übertrittsquoten nach Migrationshintergrund und Geschlecht im Jahr 2020 (Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik)

Die Unterschiede nach Geschlecht sind wesentlich geringer ausgeprägt. Jungen wechseln etwas häufiger als Mädchen an eine Mittelschule und seltener an ein Gymnasium. Am höchsten ist deshalb der Anteil der Übertritte an die Mittelschule unter den Jungen mit Migrationshintergrund: Fast die Hälfte von ihnen (44 %) geht auf eine Mittelschule über. Unter den Mädchen ohne Migrationshintergrund sind dies nur gut ein Fünftel (19 %).

Nach Landkreisen und kreisfreien Städten

Auch Stadt-Land-Unterschiede kennzeichnen das Übertrittsgeschehen: So wechseln in den kreisfreien Städten 2020 anteilig deutlich mehr Schülerinnen und Schüler an ein Gymnasium als in den Landkreisen (siehe Abbildung 5). In den Landkreisen treten dagegen mehr Kinder an eine Realschule über. Im Schuljahr 2019/20 besuchten 79.128 Kinder in Landkreisen und 29.565 Kinder in kreisfreien Städten die 4. Jahrgangsstufe einer Grundschule.

Ein Blick auf die Eignungsgutachten zeigt, dass bei diesen die Differenzen zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten deutlichen geringer ausfallen als bei den tatsächlichen Übertritten. Dies deutet darauf hin, dass die Stadt-Land-Unterschiede beim Übertritt zum Großteil nicht durch die Übertrittsempfehlungen vorgezeichnet sind.

Abbildung 5: Übertrittsquoten nach Landkreisen und kreisfreien Städten im Jahr 2020 (Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik)


1 Hinweis: Die Übertrittsquoten beinhalten auch die staatlich genehmigten Grundschulen und beziehen sich damit auf insgesamt 108.693 Grundschulkinder. Die staatlich genehmigten Grundschulen stellen jedoch keine Übertrittszeugnisse aus und sind deshalb bei den Eignungsgutachten nicht enthalten, weshalb sich diese nur auf eine Gesamtheit von 104.163 Grundschulkinder beziehen.



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