Sportvereine als Bewegungspartner im sportorientierten Ganztag
Der ab dem Schuljahr 2026/27 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder wird zu einer verstärkten Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen führen, mit dem Ziel, qualitativ hochwertige Bewegungsimpulse im schulischen Ganztag zu setzen.
Sportangebote im Ganztag können nicht nur zur Bewegungsförderung beitragen, sondern auch soziale Kompetenzen stärken und das Schulleben bereichern. Das etablierte „Sport-nach-1“-Modell bietet hierfür eine bewährte Struktur, die sich gut in Ganztagskonzepte integrieren lässt.
Vor diesem Hintergrund übernehmen die Koordinatoren für Zusammenarbeit von Schule und Sportverein eine wichtige sportfachliche Beratungsfunktion für die Entwicklung und Umsetzung eines sportorientierten Ganztags. Um die Chancen für beide Seiten zu betonen und Lösungsmöglichkeiten für die damit verbundenen Herausforderungen aufzuzeigen, gab und gibt es verstärkt Informationsveranstaltungen und Netzwerktreffen für die unterschiedlichen Player in den Regierungsbezirken und Arbeitskreisen.
Acht Netzwerktreffen mit 1000 Interessierten im Schuljahr 2025/2026
Insbesondere mit erfolgreichen Best-Practice-Beispielen können die verschiedenen Aspekte und Möglichkeiten der Einbindung von Sportvereinen als Bewegungspartner im Ganztag beleuchtet und gemeinsame Ideen für eine enge, zukunftsorientierte Zusammenarbeit entwickelt werden. Dafür fanden im Schuljahr 2025/2026 acht Netzwerkveranstaltungen in allen Regierungsbezirken und der Landeshauptstadt München statt unter dem Motto:
„Gemeinsam.Vernetzt.Bewegt. – Sport in Schule und Verein“: Sportvereine als Bewegungspartner in der Schule und im sportorientierten Ganztag
Weiterführende Links
Nachberichte zu den Vernetzungstreffen
Trotz Hitzewelle und Fußball-WM nahmen über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Sportverein und Sportverband am Netzwerktreffen in München teil, was für die Wichtigkeit des Themas spricht. Neben den Impulsvorträgen von Achim Engelking, Referatsleiter Schule und Sportverein am LAS, der Ganztagskoordinatorin Diana Sandner von der Regierung von Oberbayern und Kathrin Köhler (BSJ) standen die Vorstellung der Ansprechpartnerinnen und -partner im Referat für Bildung und Sport (RBS) der Landeshauptstadt München und deren Beratungsleistungen im Vordergrund. Mit zwei Best Practice Beispielen der SF Harteck / KISS und des TSV Großhadern Judo wurde für die Kooperation zwischen Schule und Sportverein geworben.
Paradebeispiel in München sind die Sportfreunde Harteck, deren Erfolgsgeschichte mit einer einzigen KISS-Sportgruppe begann, und inzwischen die Vollkooperation in acht Ganztagsklassen umfasst; dazu gehören die Betreuung beim Sport, bei den Hausaufgaben und dem Mittagessen sowie die Unterstützung bei zusätzlichen Sportprojekten wie den Bundesjugendspielen, „Lauf Dich fit“ oder Skipping Hearts. Als Erfolgsfaktoren für die
langjährige Schul-Verein-Kooperation im Ganztag nannten Rektorin Michaele Fellner und KISS-Leiter Sebastian Heidrich u.a. Verlässlichkeit, gemeinsame pädagogische Werte, die Qualität des Personals und die Bereicherung des Schullebens durch die Sportangebote.
Die Judo-Abteilung des TSV Großhadern betrachtet ihr Engagement an den Schulen – meistens in Form von SAGs – als Dienst an der Gesellschaft im Sinne von Teilhabe und Chancengerechtigkeit: „Ohne unser SAG-Angebot würden viele dieser Kinder keinen Sport machen. Das ist unsere Motivation. Auch die Ausrichtung des Judo-Landesfinales im Rahmen des Schulmannschaftswettbewerbs Jugend trainiert für Olympia ist für uns zur Herzensangelegenheit geworden, weil wir wissen: ohne Breiten- kein Spitzensport! Und weil sich die Kinder ihr Leben lang an diesen besonderen Schulsporttag erinnern werden.“, sagte Judo-Abteilungsleiterin Doris Auer.
Die Abteilung Schulsport im Referat für Bildung und Sport hat bereits ein starkes Team für den Ganztag aufgestellt, das mit unterschiedlichen Ansprechpartnerinnen Sportvereine punktgenau zur Mittagsbetreuung, zum Ganztag und zum KoGa-Modell berät und im Fachforum Schulischer Ganztag eng mit der Münchner Sportjugend verzahnt ist. Auch die Ferienbetreuung wurde thematisiert, die auf dem Schulgelände stattfindet und z.B. in Kooperation mit dem bestehenden Träger von Sportvereinen durchgeführt werden kann. „Gemeinsam können wir den sportorientierten Ganztag gewinnbringend gestalten, die Verzahnung von Bildung und Sport im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklung von Kindern ermöglichen und sicher stellen, dass zukünftige Generationen auch noch die Vorteile des Vereinslebens kennen und schätzen lernen “, könnte man die Kernbotschaften aus den Grußworten des BSJ-Vorsitzenden Ben Schulze und des Vorsitzenden der Münchner Sportjugend, Dominik Friedrich, sowie von Julia Hilger und Sandra Durchdenwald als Vertreterinnen des RBS München zusammenfassen.
Markus Ewald stellte die Aufgaben der Koordinatorinnen und Koordinatoren für die Zusammenarbeit in Schule und Sportverein vor: „Wir vernetzen die Münchner Schulen, Sportvereine und Sporttreibenden vor Ort, sind Ansprechpartner für schulsportliche Kooperationen in München, kümmern uns um den Informationsaustausch und die Beratung von Schulen und Vereinen bei der Neugründung von Sportarbeitsgemeinschaften und Stützpunkten. Darüber hinaus stehen wir in regelmäßigem Austausch mit der für den Sport beauftragten Schulrätin des Staatlichen Schulamts und der Abteilung Schulsport.“
Kathrin Köhler wies auf zwei neue Onlineplattformen hin, die als Unterstützungsmaßnahmen für Sportvereine im Handlungsfeld Service & Beratung der Bayerischen Sportjugend gerade im Entstehen sind:
• Landingpage zum Startchancen-Programm, dem neuen bundesweiten Förderprogramm zur Finanzierung von Sport- und Bewegungsangeboten an Schulen (https://bsj.org/startchancen/)
• Webseite zum „Sport im Ganztag“, die alle zentralen Informationen für Sportvereine bündelt (ab Mitte Juli: www.sport-im-ganztag.de)
Wie bei den Vernetzungstreffen üblich standen auch in München zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Sportfachverbände in den Sport Cafés für den Austausch von Ideen und die konkrete Beratung zur Verfügung.
Als Netzwerkpartner der LASPO war auch Special Olympics Bayern vertreten: „Weil wir einen Beitrag leisten möchten, um das Angebot in den Förderschulen zu ergänzen und zu erweitern. Hierfür bieten wir unter anderem schulartübergreifende, inklusive Sportformate und Begegnungsmaßnahmen für Förder-, Grund- und Regelschulen an und fördern vor Ort Kooperationen zwischen Förderschulen und Sportvereinen. Sportarbeitsgemeinschaften (SAGs) bieten eine sinnvolle Möglichkeit, Teilhabe zu fördern, und sollten insbesondere im Förderschulbereich stärker ausgebaut werden.“, so Franz Schlammerl vom Team #ZusammenInklusiv in Bayern. Darüber hinaus war auch für fachliche Fragen zum Ganztag vom ISB Bayern die Referatsleiterin Marion Weinthaler vor Ort; ihre mitgebrachten Informationsmaterialien zum Ganztag waren schnell vergriffen.
Abschließend bedankte sich Referatsleiter Achim Engelking noch einmal bei allen beteiligten Sportfachverbänden, Vereinen und Schulen, die zum Erfolg der insgesamt acht Vernetzungstreffen mit rund 1.000 Interessierten in ganz Bayern in diesem Schuljahr beigetragen haben. Von den Veranstaltungen sind zahlreiche gute Impulse für die Anbahnung neuer Bewegungspartnerschaften zwischen Schulen und Sportvereinen ausgegangen.

Die Turnhalle der Sport-Grundschule Hummeltal bot den perfekten Rahmen für die oberfränkische Netzwerkveranstaltung „Gemeinsam.Vernetzt.Bewegt. – Sportvereine als Bewegungspartner an Schulen“ mit über 100 Teilnehmenden aus Schulen und Vereinen. Im engen Schulterschluss mit der Bayerischen Sportjugend und der Regierung von Oberfranken wurde das Netzwerktreffen geplant und durchgeführt. Die Informationsveranstaltung soll aus Sicht von Laspo, Bayerischer Sportjugend (BSJ) und der Regierung eine Initialzündung sein:
„Wir werden unsere oberfränkischen Schulen weiterhin aktiv begleiten und haben den sportorientierten Ganztag ganz oben auf der Agenda“ , versprach der Sachgebietsleiter Stephan Doerfler und verwies u.a. auf die Task Card der Regierung zum Thema „sportorientierter Ganztag“, in der allgemeine, aktuelle und oberfrankenspezifische Informationen aufbereitet sind.
Im Rahmen des gemeinsamen Impulsvortrags stellten die Ganztagskoordinatorinnen der Regierung von Oberfranken, Andrea Riedel und Alexandra Topinka einen Werkzeugkoffer mit den unterschiedlichen Kooperationsmöglichkeiten für Schulen und Vereine und die Rahmenbedingungen vor. Aus den Gesprächen mit den anwesenden Schul- und Vereinsvertretern nahmen sie „weitere Hausaufgaben“ und noch offene Fragen für die zukünftigen Beratungen mit. Für die Weitergabe der sportfachlichen Inhalte zum Sport-nach-1-Modell und dem sportorientierten Ganztag stehen die Koordinatoren für Schule und Verein in Oberfranken als Ansprechpartner zur Verfügung, die von der Laspo und von Ingmar Kühhorn an der Regierung unterstützt werden.

Genau dieser Austausch sei so wertvoll und die Quintessenz der Vernetzungstreffen: „In den bisherigen Netzwerkveranstaltungen haben wir bayernweit über 800 interessierte Vertreter/innen aus Schulen und Sportvereinen mit wertvollen Informationen erreicht und zur Zusammenarbeit ermutigt und motiviert. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Gewinner sind immer die Schulkinder, die von den zusätzlichen Bewegungsangeboten profitieren.“, brachte es Achim Engelking als Moderator auf den Punkt. Die Statements in der abschließenden Talkrunde unterstrichen die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und drückten die Aufbruchstimmung aus, die dank der vorgestellten Best Practice Beispiele vermittelt werden konnte.

Unter dem Motto „Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen“ stellte die Vorsitzende des TV 48 Coburg, Astrid Hess, die Motivation und die vielfältigen Einzelangebote von Ninja Parkour über Hobby Horsing bis EISS (Erlebte Integrative Sport-Stunden) für Grundschulen vor, mit denen sich der Verein über viele Jahre bis hin zu einem Vollkooperationspartner im Ganztag und einem wichtigen Anbieter von Ferienfreizeiten etabliert hat. Für Stefan Merkl vom Bayerischen Basketball Verband, der im Rahmen der Vernetzungstreffen zum 3. Mal über sein Schul- und Vereinskonzept referierte, stellt der Ganztag auch eine große Chance für die Vereine dar: „Neben den wöchentlich stattfindenden SAGs, die weiterhin einen großen Stellenwert haben, bietet der sportorientierte Ganztag eine gute Möglichkeit, um hauptamtliches Personal außerhalb der Profivereine zu etablieren.“
Stefan Kuen, Bereichsleiter Schulen an der Regierung von Oberfranken, bedankte sich in
der Talkrunde bei allen Beteiligten für das Interesse und das gemeinsame Engagement von Schulen und Sportvereinen im Ganztag. Schulamtsdirektor Günter Tauber erwähnte zwei weitere Vorzeigeprojekte aus Selb, die sich dank der Initiative der Turnerschaft Selb und KISS Hochfranken sowie dank des Engagements der Selber Wölfe im Eishockey aus dem SAG-Modell heraus entwickelt haben.
Zu den Highlights des oberfränkischen Vernetzungstreffens gehörte auch der Vortrag des ehemaligen Bundestrainers des Deutschen Ringer-Bundes, Michael Carl, der das Projekt „Super Power“ der Alexandra Böhnlein Stiftung erläuterte. Ziel der Stiftung sei es, den Kids den Spaß an der Bewegung zu vermitteln, Talente zu erkennen, die unterschiedlichen Potentiale zu fördern und Kinder in die Vereine zu überführen. Als Schnittstelle zwischen Schule, Verein und Verband werden zusätzlich auch Lehrerfortbildungen und Nachmittagsangebote durchgeführt. „Das Konzept Ringen und Raufen in der Schule trägt zum Abbau von Berührungsängsten bei, zur Steigerung des Selbstvertrauens und lehrt gegenseitigen Respekt. Diese Wertevermittlung und die leuchtenden Kinderaugen sind meine Motivation. Außerdem möchte ich meinem Sport, durch den ich selbst so viele positive Erfahrungen sammeln durfte, auf diese Weise auch etwas zurückgeben. Kinder brauchen Vorbilder, die ihnen verschiedene Lebenswege aufzeigen – und vielleicht sogar Möglichkeiten, um eigene Träume zu realisieren.“

Für die Vertreter der Bayerischen Sportjugend, Christian Kuhnle als stellvertretender BSJ-Vorsitzender und Katharina Stubenrauch sowie für die Bildungsreferentin Kathrin Köhler liegt das Hauptaugenmerk weiterhin auf der Ausbildung von Übungsleitern für die Vereine – auch in Kooperation mit Gymnasien – und auf der Vernetzung – insbesondere bis zur Kreisebene. Um Schulen und Vereine zusammen zu bringen, wurde im BSJ-Bezirk eine eigene Sport Station angeschafft, die zukünftig von den Vereinen für Schnupper- und Projekttage ausgeliehen werden kann.
Mit der symbolischen Übergabe eines gelben Mini-Basketballs durch Stefan Merkl an den Schulleiter Marco Roder, welcher beim nächsten Grundschul-Basketball-Cup an der Sport-Grundschule Hummeltal zum Einsatz kommen wird, endete der offizielle Teil der Veranstaltung. Am Buffet ging der intensive Austausch zwischen Schulen und Sportvereinen weiter.
Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Verein und Verband waren der Einladung nach Dittelbrunn ins Marienbach Zentrum zum Netzwerktreffen Schule und Sportverein gefolgt. In den Grußworten der Schulleiterin Daniela Behr, des Bürgermeisters Willi Warmuth und Saskia Tröller von der Bayerischen Sportjugend wurden die Wichtigkeit und die vielfältigen Wege für die Zusammenarbeit und die Vernetzung von Schule und Sportverein bereits aufgezeigt. Die gastgebende Sport-Grundschule aus Dittelbrunn sorgte für den passenden Rahmen durch die Dekoration der Gemeindehalle und die beschwingten Musical- und Tanzvorführungen.
Im Vordergrund der Informationsveranstaltung standen die Impulsgedanken und allgemeinen Informationen zum Sport-nach-1-Modell und den Kooperationsmöglichkeiten von Schulen und Vereinen im sportorientierten Ganztag, die durch das Veranstaltertrio Achim Engelking von der Landesstelle für den Schulsport, Joachim Brand als Regierungsvertreter und Dr. Kathrin Köhler von der Bayerischen Sportjugend vorgetragen und erläutert wurden.
Anschließend gab die Konrektorin Mareike Seger einen Einblick in die konkrete Umsetzung an der Sport-Grundschule. „Die Zusammenarbeit mit den Sportvereinen erfolgt an unserer Schule bei Aktions- und Schnuppertagen. Unsere Schulkinder lernen dadurch viele verschiedene Sportarten kennen und knüpfen die ersten Kontakte zum Vereinssport.“ Aus Sicht der kooperierenden Vereine berichteten die Handballübungsleiterinnen vom TSV Pfändhausen über die Grundschulaktionstage und der 1. FC Schweinfurt 05 über das Fußball-Schnupperprojekt für Mädchen.
Florian Stahl hat zu diesen Kooperationsformen im Rahmen seines Sportstudiums eine Befragung an der Sport-Grundschule durchgeführt, um die positiven Auswirkungen dieser Vereinsangebote aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchten.
Die Sportmedizinerin Dr. Nandi Jain stellte einfache und effektive Bewegungsspiele für Mittagsbetreuung und Ganztag vor, und wies auch ausdrücklich auf deren präventive Gesundheitswirkung hin. Passend dazu gab es eine bewegte Pause zwischen den Vorträgen, in der Matthias Tschirner mit dem Publikum Partner-Übungen aus dem Programm „Voll in Form II“ durchführte.
Für den TSV Karlstadt ist Sport-nach-1 seit vielen Jahren ein Erfolgsmodell und das Bindeglied zu den Schulen. Der 1200 Mitglieder starke Verein bietet Sportarbeitsgemeinschaften in allen seinen Sportarten an. Jutta Ringelmann, zuständig für die Koordination der SAGs in der Geschäftsstelle, gab einen kurzen Einblick in die langjährige Zusammenarbeit mit Grundschulen und weiterführenden Schulen, die mit der Teilnahme an den Schulsport-Wettbewerben begann: „Seitdem haben unsere qualifizierten Übungsleiter in über 300 SAGs ca. 4.000 bis 5.000 Kinder für Vereinssport und Bewegung motiviert.“ Dass sich unter den sportinteressierten Schülerinnen und Schülern auch zahlreiche Volleyball-Talente befinden, stellte der Volleyball Club Eltmann schnell fest. So entwickelte sich aus einer Sportarbeitsgemeinschaft ein zukunftsfähiges Vereinskonzept und sogar eine ganze Vereinsmannschaft. "Wir wollen nicht einfach eine Sportarbeitsgemeinschaft betreiben, sondern in Schweinfurt ein nachhaltiges Sportprojekt aufbauen, aus dem Breiten- und Spitzensport entstehen und durch das Jugendliche später ihr Wissen und ihre Begeisterung für den Volleyballsport als Trainer im Verein weitergeben.", so die Vereinsverantwortlichen.
Diesen Ball nahm Stefan Merkl als Koordinator Nachwuchsförderung im Bayerischen Basketball Verband gerne auf und stellte die Initiativen des deutschen und des bayerischen Sportfachverbands für Schulen und den sportorientierten Ganztag vor.
In den anschließenden Sport Cafés standen die Experten für Nachfragen zur Verfügung und die Teilnehmenden aus Schulen und Vereinen konnte ihre Vorstellungen austauschen. Außerdem stellte die Mittelschule Gochsheim ihr Sport-Profil und der Arbeitskreis-Geschäftsführer André Dippacher verschiedenen Kooperationsformen der Stadt Schweinfurt.
Als Referatsleiter für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein im Bayerischen Landesamt für Schule bedankte sich Achim Engelking bei allen Beteiligten für die hervorragende Organisation und die gelungenen Vorträge.
Sportlich und lebhaft ging es beim Vernetzungstreffen in der Turnhalle der Grundschule Amendingen zu. Die Stühle für die rund 120 Teilnehmenden aus Schule, Verein und Verband waren umrahmt von sportlichen Aktivitäten des Mental Fit-Pfads, der Sport Station, der Indoor-Stocksportmatte, von Infoständen und den Sport Cafés der beteiligten Partner. Grundschülerinnen und Grundschüler tanzten zum Auftakt, flitzten im Vorprogramm mit und ohne Ball durch verschiedene Parcours und hatten sichtlich Freude an der Bewegung. Das sportliche Ambiente spiegelte zum einen das Veranstaltungsmotto „Sportvereine als Bewegungspartner in der Schule und im sportorientierten Ganztag“ wider, demonstrierte aber auch gleichzeitig das große Netzwerk, das im Unterallgäu rund um das Projekt GEMEINSAM AKTIV in Schule und Verein bereits entstanden ist.
Dass in den Sportvereinen die „Fachkräfte“ vorhanden sind, um den schulischen Ganztag mit qualitativ hochwertigen Sport- und Bewegungsangeboten zu bereichern, wurde in den Grußworten des Bürgermeisters, des stellvertretenden Landrats und des BSJ-Vorsitzenden Michael Weiß unisono betont. Neben den baulichen Voraussetzungen als Hausaufgaben der Kommunen müsse nun gemeinsam über die Inhalte nachgedacht werden. Dafür sollte das Vernetzungstreffen die Gelegenheit bieten, das im Vorfeld und an dem Abend selbst durch Markus Wörle von der Schulabteilung und der Sportreferentin der Regierung von Schwaben, Frau Julia Tietze-Wagner, unterstützt wurde.
Welche Voraussetzungen im Zusammenspiel zwischen Schule und Sportverein erfüllt werden müssen und welche Kooperationsformen möglich sind, haben Achim Engelking von der Landesstelle für den Schulsport und die zuständigen Ganztagskoordinatorinnen von der Regierung, Petra Schweizer und Julia Behr, in ihren Impulsvorträgen aufgezeigt. Zum Beispiel ging es um die passenden Übungsleiterlizenzen, das Anbahnen von Kooperationen durch Schnuppertage oder über die wöchentlich stattfindenden Sportarbeitsgemeinschaften (SAGs) bis hin zur Übernahme der Teil- bzw. Vollkooperationspartnerschaft durch einen Verein.
Wie die gemeinsame Beratung der unterschiedlichen Player vor Ort durch die BSJ-Kreiskoordinatoren und die Koordinatoren für die Zusammenarbeit von Schule und Verein erfolgen könnte, stellte Dr. Kathrin Köhler zunächst in der Theorie vor. Was aus dieser Vernetzungsidee in der Praxis entstanden ist, wurde am Best Practice Beispiel „GEMEINSAM AKTIV in Schule und Verein“ deutlich. Chris Walter, Lehrer und Koordinator für die Zusammenarbeit Schule und Verein über das Projekt, das unter der Schirmherrschaft von Klaus Holetschek gemeinsam mit der Bayerischen Sportjugend (BSJ) im Kreis Unterallgäu und dem Kreisjugendring Unterallgäu initiiert wurde: „Die GEMEINSAM AKTIV-Projekttage sollen den Kindern die Freude an der Bewegung vermitteln, und ihnen zeigen, wie man sich beim Sport gegenseitig stark machen und unterstützen kann. Und sie sollen einen Impuls geben, mit örtlichen Vereinen zusammenzuarbeiten. Gerade vor dem Hintergrund des ab 1. August 2026 stufenweise einzuführenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ist dies enorm wichtig und eine besondere Chance, den Ganztag sportlich und sinnvoll zu gestalten. Unser Ziel ist es, möglichst viele Kooperationen zwischen Schulen, Trägern des Ganztags und Vereinen anzustoßen.“ Die Sport Station, die auch beim Vernetzungstreffen vorgestellt wurde, ist dabei ein „Hilfsmittel“, das vielseitig einsatzbar ist und für die Kinder einen hohen Aufforderungscharakter hat.

Nach den einführenden Worten von Chris Walter stand das gesamte Netzwerk auf der Bühne, um in einer kurzen Talkrunde die Vorzüge der Initiative GEMEINSAM STARK aus Sicht der beteiligten Schulen, Vereinen, Träger und der Kinder zu schildern. Bereits neun Grund- und Mittelschulen haben in diesem Rahmen verschiedene Sportarbeitsgemeinschaften (SAGs) eingeführt. Drei davon erhielten beim Vernetzungstreffen ihr GEMEINSAM AKTIV-Schild, um das Engagement auch nach außen hin sichtbar zu machen.
Die Kreisvorsitzende der BSJ Unterallgäu, Josi Schiebel, stellte als nächsten Schritt die GEMEINSAM AKTIV-Fortbildungen vor, die entwickelt wurden, um weiteres Personal für die Mitwirkung im sportorientierten Ganztag zu begeistern und zu qualifizieren.
Passend zum „Jahr der Schule des DFB“ haben Schul-, Vereins- und Verbandsvertreter gemeinsam über die Entstehung und Entwicklung der SAG und des Mädchenfußballstützpunkts an der Maria-Ward-Realschule Mindelheim in Kooperation mit dem SV Auerbach-Stetten berichtet. Der gegenseitige Austausch, die Teilnahme an den Schulsportwettbewerben im Fußball, die SAG-Pauschale, das Ausleihen der Sport Station, der Gewinn neuer Mitglieder und Talente sowie der Besuch des DFB-Mobils nannte die Vereinstrainerin als Vorzüge aus der Schul-Vereinskooperation.
Abgerundet wurden die Vorträge dann von den Unterstützungsangeboten der Sportfachverbände Tenns und Turnen, die mit den Aktionstagen „Talentino Scout“ für Tennis und den Kinder-Sportschulen KISS ihre Angebote im Grundschulbereich vorgestellt haben. Sowohl die Referenten als auch die Netzwerkpartner standen an den Sport Cafés zum intensiven Austausch und für weitere Fragen zur Verfügung.
Wir bedanken uns für die gelungene Organisation und Umsetzung bei allen Referenten und Beteiligten, insbesondere bei Chris Walter und seinem GEMEINSAM AKTIV-Netzwerk sowie bei der Schulleitung der gastgebenden Grundschule Amendingen, Robert Hackenberg, und dem Moderator des Abends, Bastian Mönius.
Um die verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schulen und Sportvereinen im offenen und gebundenen Ganztag oder der verlängerten Mittagsbetreuung vorzustellen, bietet die Laspo im Schulterschluss mit den Ganztagskoordinatorinnen der Regierungen und der Bayerischen Sportjugend flächendeckende Informationsveranstaltungen an.
Gastgeber des ersten Vernetzungstreffens in 2026 unter dem Motto „Gemeinsam.Vernetzt.Bewegt“ war die Sport-Grundschule Laaber. In festlichem Ambiente startete der Abend bewegt mit Vorführungen an der Sport Station und einer Celtic Dance-Gruppe. Die Schulleiterin Vera Winkler-Theiß und Bürgermeister Hans Schmid begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste in der
Mehrzweckhalle. Landrätin Tanja Schweiger rief die Kommunen in ihrem Grußwort zum Tun und Ausprobieren auf, um den Kindern eine bewegte Schulzeit zu ermöglichen. Michael Weiß, der Vorsitzende der Bayerischen Sportjugend, wies auf die gestiegenen Mitgliedszahlen in den Vereinen bei den unter 27-Jährigen hin: „Die Sportvereine wachsen weiter, weil sich die Vereine im Sport-nach-1-Modell mit SAGs und im schulischen Ganztag einbringen. Und mit Blick auf die Olympiabewerbung ist die Beteiligung am sportorientierten Ganztag eine Investition in die zukünftigen Olympiateilnehmerinnen und Olympiateilnehmer.“
Sport- und Bewegungsphasen können den Grundschulalltag in vielfältiger Weise bereichern: am Unterrichtsvormittag, im Rahmen von fächerunabhängigen Bewegungsinitiativen, in außerunterrichtlichen Angeboten und im schulischen Ganztag. Ziel ist es dabei, möglichst allen Kindern den Zugang zu regelmäßigen, hochwertigen Sportangeboten direkt in ihrem Lebensumfeld zu ermöglichen. Das etablierte Sport-nach-1 Modell bietet bereits eine bewährte Struktur, die sich gut in Ganztagskonzepte integrieren lässt. Dies betonte der zuständige Referatsleiter an der Landesstelle für den Schulsport, Achim Engelking in seinem Vortrag.
Seitens der Regierung der Oberpfalz stellten die Ganztagskoordinatorinnen Annika Trüb und Bettina Hoffmann ausführlich die Voraussetzungen und Möglichkeiten für Sportvereine vor, die sich im offenen und gebundenen Ganztag engagieren möchten. Dr. Kathrin Köhler referierte zum Netzwerkgedanken und warb für die Vernetzung zwischen Schul- und Vereinsseite auf Kreisebene.
Best Practice Beispiele aus der Oberpfalz
Praktische Umsetzungsideen wurden in drei Best Practice Beispielen vorgestellt: Stefan Merkl stellte eindrucksvoll und überzeugend den Weg der DJK Neustadt vor, die angefangen von Projekttagen und durch die Zusammenarbeit mehrerer Vereine mit einer gemeinsamen Strategie langfristig zum Vollkooperationspartner von Grundschulen werden möchte. Basketball gehöre natürlich ins Programm, aber man wolle Multisport betreiben und dadurch die Kinder aus dem Ganztag oder der SAG in den Verein holen. Über das dafür benötigte Personal wurde intensiv nachgedacht und extra eine Werkstudentin eingestellt, die von Ehrenamtlichen unterstützt wird. Bianca Wastl, Koordinatorin für die Zusammenarbeit von Schule und Sportverein in der Stadt und im Landkreis Regensburg stellt das Projekt „Schwimmen intensiv!“ vor, dass ohne die langjährige Mitwirkung durch den Schwimmclub Regensburg nicht möglich wäre. Den Volleyball ins Spiel brachte Rainer Nickel, der über die Aktivitäten des Volleyball Clubs DJK Amberg berichtete, der dank seiner Projekttage und Initiativen an Grundschulen insbesondere im Bereich der Jungen einen starken Mitgliederzuwachs verzeichnen konnte.
Diese wertvollen Impulse wurden von den Anwesenden gerne aufgenommen und in den Sport Cafés in Gesprächen vertieft. Erstmals bei einem Vernetzungstreffen dabei war der DiscGolf-Verband Ostbayern, der zahlreiches Material dabei hatte und viele Kontakte zu interessierten Schulvertreterinnen und -vertretern knüpfen konnte. Carsten Schenk von Special Olympics Bayern warb für SAGs an und mit Förderschulen sowie für inklusive Projekte und Wettbewerbsformate.
Ein besonderer Dank geht an die Schulleiterin der gastgebenden Schule, Vera Winkler-Theiß und ihre Kolleginnen Franziska Kumpfmüller und Gordi Stupar für die Vorbereitung und gelungene Umsetzung sowie an das EWS-Team und die Achtklässler der Mittelschule Laaber, die das Buffet mit selbst hergestellten Backwaren bereichert haben.
Wie es gelingen kann, die Sportvereine als Bewegungspartner in die Schulen und vor allem in den schulischen Ganztag zu integrieren, war das Leitmotiv der Vernetzungsveranstaltung in Stephansposching. Dazu eingeladen und zahlreich erschienen waren die Schulleitungen von Grund- und Mittelschulen, Vereins- und Verbandsvertreter/innen und die für die Mittagsbetreuung und den Ganztag zuständigen Träger aus Niederbayern. Veranstalter waren die Laspo, die Bayerische Sportjugend und die Regierung von Niederbayern, Gastgeber die Grundschule in Stephansposching. Ziel der Veranstaltung war es, die wichtigsten Informationen zum sportorientierten Ganztag zu transportieren und dadurch die größtmögliche Transparenz über die vielfältigen Möglichkeiten in der Bewegungspartnerschaft zwischen Schule, Kommune, Ganztagsträgern und Sportvereinen zu schaffen.
Nachdem die Herausforderungen und die Chancen für die beteiligten Player in den Grußworten der Bürgermeisterin Jutta Staudinger, des stellvertretenden Landrats Josef Färber, des Bereichsleiters Schulen an der Regierung von Niederbayern, Ralf Reiner, und des stellvertretenden BSJ-Vorsitzenden Ben Schulze skizziert wurden, war es an den Referenten, Wege und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dass es dabei nur im gemeinsamen Zusammenwirken aller Beteiligten geht, wurde im gemeinsamen Vortrag von Achim Engelking vom Bayerischen Landesamt für Schule, dem Ganztagsteam der Regierung von Niederbayern, Lydia Högl und Helmut Habereder, und der BSJ-Referentin für Bildungsnetzwerke, Dr. Kathrin Köhler deutlich. Wie eine erfolgreiche Umsetzung aussehen kann, haben dann die Referierenden mit ihren Best Practice-Beispielen eindrucksvoll veranschaulicht:
Zunächst stellte die gastgebende Schulleiterin Christiane Schmid die zahlreichen Kooperationen mit den örtlichen Sportvereinen vor, angefangen von der bewegten Fußballpause auf dem benachbarten Kunstrasenplatz, über die erfolgreiche SAG im Mädchenturnen mit der Spielvereinigung Stephansposching bis hin zu der neuen SAG im Sportklettern, die im 2. Schulhalbjahr in Kooperation mit der DAV-Sektion Deggendorf durchstarten wird. Aufgrund der starken Bemühungen des Bayerischen Bergsportfachverbands mit kostenlosen Starterpaketen für neue SAGs zu werben, die auch im Rahmen der Informationsveranstaltung an die Grundschulen Stephansposching und Hengersberg übergeben wurden, und die Erkenntnis zahlreicher Sektionen, dass die Schulkooperationen mittelfristig eine gute Möglichkeit zur Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung darstellen, boomt das Sportklettern als SAG-Sportart.
Für den Skiverband Bayerwald stellten Nina Anleitner und Rudi Vogl die Projektidee Winterflitzer- und Sportflitzer-SAG vor. Mit den bereits bestehenden Winterflitzer-SAGs in den alpinen Sportarten wolle man Leistung entwickeln. Da aber nicht an jeder Schule die Voraussetzungen dafür gegeben seien (Loipe, Skihang oder Sprungschanze) und weil man sich auch der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sei, habe man mit den Sportflitzer-SAGs noch ein 2. Standbein ins Leben gerufen. Diese können in jeder Sporthalle als gesundheitsorientiertes Fitnessprogramm angeboten werden, mit dem Mehrwert, das Vereinsangebot an die Schule zu verlagern, finanzielle und/oder materielle Unterstützung zu erhalten und von dem Netzwerk des Skiverbands Bayerwald zu profitieren.
Unter der Überschrift „Vom Klassenzimmer auf den Tennisplatz“ stellte Heinz Wagner zunächst die Unterstützungsangebote des Bayerischen Tennisverbands vor. Diese reichen von den Talentino-Tennis-Scouts, die an einem Vormittag gemeinsam mit einem örtlichen Tennisverein exemplarische Koordinationsübungen und Tennisstunden für Grundschulkinder durchführen, über spezielle Fortbildungen für Lehrkräfte und Materialien für den Sportunterricht in der Grundschule bis hin zu kostenlosen Startersets für neu gegründete SAGs im Tennis. Die Infos dazu gibt es auf der BTV-Internetseite oder können per Email angefordert werden unter kids-tennis@btv.de
Was sich aus einem Tennis-Schnupperprojekt entwickeln kann, berichtete die Schulleiterin der Grundschule Windorf, Tanja Schuster, die inzwischen im siebten Jahr mit dem örtlichen Tennisverein kooperiert: „70 Kinder starten jeweils im Herbst mit der Tennis-SAG in unserer Schulturnhalle und gehen ab dem Frühjahr auf den Tennisplatz“.
Renate Wasmeier von der TH Deggendorf beleuchtete das Thema „Sport im Ganztag“ kurz aus der wissenschaftlichen Sicht und stellte die Möglichkeit vor, Studierende der TH Deggendorf während ihres Praxissemesters als Übungsleiter für den SAG-Betrieb oder im sportorientierten Ganztag einzusetzen.
Abschließend stellte der Deggendorfer Schlittschuh Club seine Angebote für Grundschulen vor: dazu gehören aktuell die „Eiszeit“ mit einem Schnuppertag für Grundschulen mit lizenzierten Trainern und Profispielern mit Trockentraining, gemeinsamem Frühstück und natürlich Training auf dem Eis angepasst an die Könnensstufen der Grundschulkinder sowie die Ferienbetreuung auf dem Eis.
Abgerundet wurde das Programm durch die Bewegungsaktivierung mit der Sport Station im Vorprogramm, die diesmal von der Koordinatorin für die Zusammenarbeit von Schule und Sportverein, Daniela Bertl, in Kooperation mit dem Bayerischen Fußbvall-Verband (BFV) durchgeführt wurde, sowie die Infostände und Sport Cafés, die zum Austausch und zur Vernetzung genutzt wurden. Dort war auch der Bayerische Reit- und Fahrverband (BRFV) vertreten, um die möglichen Projekte und Aktionen in Kooperation mit Reitvereinen und Reiten als Schulsport vorzustellen.
Achim Engelking, Referatsleiter für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein zog am Ende der Vernetzungsveranstaltung ein zufriedenes Fazit: „Es hat mich besonders gefreut, dass neben den Schul- und Vereinsvertretern auch so viele Ganztagsträger anwesend waren. Unsere Botschaft ist angekommen, dass die Bewegungspartnerschaften mit einem Sportverein oder einem Übungsleiter den schulischen Ganztag bereichern. Die qualifizierten Sportangebote können für die nötige Rhythmisierung sorgen und stellen somit für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation dar. Mein herzlicher Dank geht an die gastgebende Schule, die zahlreichen Referentinnen und Referenten sowie an die Regierung von Niederbayern für die hervorragende Unterstützung bei der Planung und Durchführung der Vernetzungsveranstaltung mit über 130 Gästen.“

Wer gemeinsam gestaltet gewinnt – darin waren sich alle Redner und Referenten beim Netzwerktreffen „Gemeinsam.Vernetzt.Bewegt. – Sport in Schule und Verein“ am 26.11.2025 an der Grund- und Mittelschule Herrieden einig.
Angefangen von Bürgermeisterin Dorina Jechnerer und dem stellvertretenden Landrat Stefan Horndasch, die das Engagement der ortsansässigen Grund- und Mittelschule im Themenfeld „sicheres und sportliches Radfahren“ als Motor der ganzen Region lobten, über die Vereine SV Schwaig und Post SV Nürnberg, die sich als Vollkooperationspartner im Ganztag einbringen, bis hin zu den Verbandsvertretern des Bayerischen Fußball-Verbands und des Bayerischen Tennis-Verbands, die ihre Konzepte und Projektideen vorgestellt haben. Und das sollte auch die Motivation dieses Abends für rund 100 Gäste aus Schule und Verein sein.
Eingeladen hatten die Landesstelle für den Schulsport im Schulterschluss mit der Bayerischen Sportjugend und der Regierung von Mittelfranken. Neben dem stellvertretenden BSJ-Vorsitzenden Ben Schulze, der in seinem Grußwort einmal mehr die Wichtigkeit von Bewegung und Sport in der Grundschule und insbesondere im Ganztag betonte, war auch der BLSV-Bezirksvorsitzende Dieter Bunsen anwesend.
Bevor die Vereins- und Verbandsvertreter aus der Praxis berichteten, erläuterten Achim Engelking und die Ganztagskoordinatorinnen der Regierung von Mittelfranken, Pia Pakaski und Patricia Gollwitzer, die allgemeinen Rahmenbedingungen. Angefangen von dem bereits seit über 30 Jahren etablierten Sport-nach-1-Modell mit SAGs und Stützpunkten gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Sportvereine, um als Bewegungspartner an der Schule und im sportorientierten Ganztag aktiv zu werden. Kathrin Köhler ging in ihrem Vortrag auf die Idee und konkrete Umsetzung der Vernetzung auf Kreisebene ein, aus der dann letztendlich weitere Kooperationen entstehen sollen.
Wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein gelingen kann, stellte zunächst der gastgebende Schulleiter, Werner Winter, am Beispiel seiner Grund- und Mittelschule vor, die dank der langjährigen Kooperation im SAG-Modell mit den Herrieder Aquathleten zur Stützpunktschule für Mountainbike geworden ist und dadurch das fahrradfreundliche Klima wesentlich geprägt hat. Ein Engagement, das über sie Schule hinaus wirkt und anerkannt wird.
Auch beim SV Schwaig und der Grundschule Schwaig war und ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Schlüssel zu einem erfolgreichen Ganztag. In einem gemeinsamen Vortrag haben die Schulleiterin Petra Götz und der Ganztagskoordinator des SV Schwaig, Gerhard Bassimir, ihren gemeinsamen Weg in den sportorientierten Ganztag aufgezeigt.
Der Post SV Nürnberg hat die zuverlässige Umsetzung des Sportangebots als Voraussetzung und Erfolgsgarantie in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein herausgestellt. „Mit Schnupperprojekten und SAGs haben wir unsere Zuverlässigkeit bewiesen. Dank der Man Power, die wir inzwischen haben, bedienen wir alle Modelle von S (Schnupperprojekt) bis XL (Vollkooperationspartnerschaft im Ganztag) an mehreren Grundschulen in Nürnberg. Diese Vielfalt gibt es in keinem anderen Bundesland und sollte genutzt werden“ , so Andreas Neugebauer in seinem Vortrag. Neben den Ganztagskooperationen stellte er exemplarisch auch das Projekt „Durchstarten mit Basketball“ vor, das in einer Grundschulliga mit Schulvergleichsspielen gipfelt.
Lars Haack präsentierte für den Bayerischen Tennis-Verband die Projektidee „Vom Klassenzimmer auf den Tennisplatz mit Pickleball“ und die konkrete Umsetzung an der Grundschule Wendelstein. Besonders hier: nicht nur die Kinder wurden beim Pickleball bewegt, sondern auch die Lehrkräfte mit einer Fortbildung und einer Teambuildingmaßnahme sowie die Eltern bei einem gemeinsamen Turnier. Ein ganzheitlicher Ansatz, der verfängt und nachhaltig ist.
Last but not least zeigte Christoph Rackl mit Verweis auf das durch den Deutschen Fußballbund ausgerufene „Jahr der Schule“ auf, welche Projekte und Maßnahmen es im Fußball bereits gibt, um neue Kooperationen zwischen Schulen und Fußballvereinen anzubahnen und bestehende zu intensivieren, wie zum Beispiel das DFB-Schnupperabzeichen, den Sepp-Herberger-Tag, das DFB-Mobil, den DFB-Schulcup uvm. Alles zusammengefasst im DFB-ePaper: https://www.dfb.de/ePaper/DFB-Jahr-der-Schule-2025/
Neben den zahlreichen Informationen blieb dennoch auch Zeit für den Austausch untereinander und eine Stärkung am Buffet, das die Mittelschüler selbst zubereitet hatten. Für die Gastfreundschaft und die perfekte Organisation in der Schulaula bedanken wir uns bei Schulleiter Werner Winter und seinem Team sowie bei allen Referentinnen und Referenten für die gewinnbringenden Vorträge aus Theorie und Praxis.
Der Auftakt der Veranstaltungsreihe „Gemeinsam.Vernetzt.Bewegt: Sportvereine als Bewegungspartner im sportorientierten Ganztag“ hielt ein Feuerwerk an Ideen und Impulsen für die rund 100 Interessierten bereit. Ziel der Veranstaltungen in allen Regierungsbezirken ist es, Schulen und Sportvereine enger zu vernetzen und gemeinsam neue Wege zur Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen insbesondere im schulischen Ganztag zu entwickeln. Das passende Ambiente dafür bot die neue Jahnhalle in Neufahrn, die mit ihrer großzügigen Fläche ideale Bedingungen für die Bewegungsaktivierung im Vorprogramm mit der Sport Station und dem Mental Fit Pfad unter Anleitung des Handballcampus München bot.
In ihren Grußworten betonten die Schulleiterin Margit Schulan, der Bürgermeister Josef Eschlwech, der BSJ-Vorsitzende Michael Weiß und sein Stellvertreter Ben Schulze vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung die steigende Bedeutung einer noch intensiveren Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein und die Chancen, die darin für Sportvereine liegen können.
Im Anschluss trugen die Ansprechpartner bei LASPO (Referatsleiter für die Zusammenarbeit Schule und Sportverein Achim Engelking), Regierung (Ganztagskoordinatorin Diana Sandner) und BSJ (Bildungs- und Netzwerkreferentin Dr. Kathrin Köhler) im Schulterschluss ihre Impulsgedanken zur praktischen Umsetzung solcher Kooperationen vor und wiesen auf die verschiedenen Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten hin. Der Bayerische Handball-Verband (BHV) präsentierte die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Befragung seiner Mitgliedsvereine, der sog. GAMES-Studie. Passend dazu stellte Abteilungsleiter Michael Weber vom TSV Schleißheim als Partnerverein aus der Modellregion seine Erfahrungen und Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit mit Schulen vor.
Anschließend präsentierten folgende Referentinnen und Referenten ihre Best-Practice-Beispiele, und zeigten auf, wie Kooperationen zwischen Schule und Verein erfolgreich gelingen können:
• Schwimmen im gebundenen Ganztag am Beispiel der Grundschule Neufahrn, Annemarie Ellenrieder, Grundschule Neufahrn
• Bewegungsförderung an Grundschulen mit dem Handballcampus München, Gesa Nolte, HCM-Leitung Schule, Kita, FSJ und Paul Martin
• Schulrugby-Programm des SV Studentenstadt Freimann: Philosophie, Herausforderung und Umsetzung im schulischen Ganztag, Christian Rolle, David Rumary, Noah Sichelschmidt
Der offizielle Teil endete mit einem vertieften Austausch in den sogenannten Sport-Cafés, in
denen die Referenten ihre Erfahrungen teilten und neue Ideen für zukünftige Projekte entwickelt werden konnten. Große Begeisterung lösten die Grundschülerinnen und Grundschüler aus, die mit ihrem Begrüßungslied „Feuerwerk“ den offiziellen Auftakt gestalteten und mit einer schwungvollen Tanzeinlage für eine Rhythmisierung zwischen den interessanten Vorträgen sorgten.
Wir bedanken uns bei der ausrichtenden Grundschule Neufahrn am Jahnweg für die Gastfreundschaft und die perfekte Vorbereitung, bei allen Vortragenden und den Koordinatorinnen für die Zusammenarbeit Schule und Sportverein Christina Niedermüller, Stefanie Schalling und Julia Philippitsch für die Unterstützung vor Ort und die Multiplikation der Informationen in ihren Arbeits- und Landkreisen.
ALBAs Bewegungsinitiative SPORT VERNETZT organisierte gemeinsam mit den Vereinen aus dem Beratungsnetzwerk Bewegter Ganztag und der Unterstützung von iSo – Innovative Sozialarbeit e.V. Bamberg eine Impuls- und Netzwerkveranstaltung, an der über 70 Interessierte aus Sportvereinen, Schulen, Politik und Verwaltung teilnahmen. In der fränkischen Sportstadt wurden dabei konkrete Ansätze zur Verankerung von Sport und Bewegung im schulischen Alltag diskutiert. Mit dabei waren die bayerische Landtagsabgeordnete Melanie Huml, Achim Engelking als Referatsleiter für die Zusammenarbeit von Schule und Sportverein am Bayerischen Landesamt für Schule und die Olympiasiegerin Svenja Brunckhorst, die die intensivere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen im bewegten Ganztag auch im Hinblick auf die Talentförderung begrüßte.
Die Kernbotschaften der Vereinsexperten von ALBA Berlin, TK Hannover, Eimsbütteler TV und dem TV Jahn Rheine, die sich auf der Plattform SPORT VERNETZT gemeinsam für den sportorientierten Ganztag stark machen, haben wir nachfolgend zusammengefasst. Das gemeinsame Credo lautete: Wir alle haben klein angefangen, und es hat sich gelohnt!
Philipp Hickethier (ALBA BERLIN): „Mit unseren Ganztagsangeboten möchten wir die individuellen Fähigkeiten jedes Kindes an den Schulen entdecken und entfalten. Sport und Bewegung bilden dabei die Basis unserer Arbeit. Gemeinsam mit den anderen Sportvereinen gehen wir hier voran und hoffen, dass viele unserem Beispiel folgen. Mit diesem Netzwerk können wir sie dabei gezielt unterstützen und beraten.“
Hajo Rosenbrock (TK Hannover): „Die Ganztagsschule bietet die einzigartige Möglichkeit, alle Kinder zu bewegen und damit einen besseren Lernalltag zu gestalten. Hier können wir bundesweit mit unseren Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre aus Hannover helfen und beraten.“
Frank Fechner (Eimsbütteler TV): „Der bewegte Ganztag ist ein Erfolgsmodell, das Vorbild sein sollte für die vielen Grundschulen bundesweit, die in den kommenden Jahren zu Ganztagsschulen aus- und umgebaut werden. Sportvereine verfügen über die Schlüsselkompetenzen, um Bewegung und Sport in die Ganztagsschule zu bringen.“
Ralf Kamp (TV Jahn Rheine): „Aus dem Sport kennen wir sehr gut, dass wir uns gegenseitig stärken können, wenn wir uns vernetzen. Wir haben langjährige Erfahrung im bewegten Ganztag und bringen ein gewisses pädagogisches Mindset in dieses Netzwerk ein. Dieses Mindset haben auch viele andere Vereine, sie müssen es nur ausbuddeln.“
In Bayern gibt es dafür bereits einen bunten Blumenstrauß an Umsetzungs- und Fördermöglichkeiten, sagte die Landtagsabgeordnete Melanie Huml und verwies auf die FAQ-Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, auf die Ganztagskoordinatoren an den Regierungen und das Referat für die Zusammenarbeit von Schule und Sportverein am LAS sowie auf die geplanten Informationsveranstaltungen in allen Regierungsbezirken.
Bei diesen Netzwerktreffen, zu denen die verschiedenen Player aus Schule, Verein, Sportfachverbänden, BSJ und den Kommunen vor Ort eingeladen sind, werden sowohl die wichtigsten allgemeinen Informationen als auch konkrete Umsetzungsbeispiele vorgestellt.
Achim Engelking (Referatsleiter für die Zusammenarbeit von Schule und Sportverein): "Auch wir wollen unseren bayerischen Schulen und Vereinen Mut machen, gemeinsam mit interessierten Grundschulen und Trägern den sportorientierten Ganztag zu gestalten. Unsere bestehenden Strukturen im bayerischen Kooperationsmodell Sport-nach-1 können dabei ein guter Türöffner für die Sportvereine sein."
Neue Sportarbeitsgemeinschaften können das ganze Schuljahr über angelegt werden. Deadline für die Partnervereine zur Beantragung der staatlichen Zuschüsse (SAG-Pauschale) ist bereits am 31.10.2025.
Die Bayerische Fördergemeinschaft für Sport in Schule und Verein und einige Sportfachverbände unterstützen Neugründungen mit Starterpaketen bzw. Materialgutscheinen in folgenden Sportarten:
Basketball, Fußball, Gerätturnen und andere BTV-Sportarten (wie z.B. Bewegungskünste, Gesundheitsorientierte Fitness, Gymnastik und Tanz, Orientierungslauf, Parkour, Rhönradturnen, Rhythmische Sportgymnastik), Handball, Sportklettern und Volleyball. Für SAGs an Förderschulen werden in Kooperation mit Special Olympics Bayern ebenfalls Materialpakete angeboten. Weitere Infos gibt es hier.
Termine der Informationsveranstaltungen in Bayern:
Oberbayern: 29.10.2025 >> zur Anmeldung für Schulvertreter/innen in FIBS und zur Vereinsanmeldung.
Mittelfranken: 26.11.2025
Niederbayern: 01.12.2025
Oberfranken: 26.01.2026
Oberpfalz: 28.01.2026
Fotos: LAS
